Pitmaster Einstellungen - Cabinet Smoker (Humphreys BBQ)

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Ich habe meinen Kohlekorb etwas modifiziert und die Grösse links und rechts mit den Blechen reduziert. Die Luft kommt vorne mittig unter den Korb. Am Wochenende werde ich mal einen neuen Versuch starten.
Gute Idee. Ich würde es ggf. nochmal um 90 Grad gedreht versuchen. So hast du immer noch eine sehr lange Strecke. Ich wäre eher für kurz und breit und wenn möglich, die Kohlen dafür etwas höher gestapelt. Aber erstmal das versuchen.

Über der Kohleoberkante ist ca.5-6cm Platz.
Meinst Du, dass dies das Glutbett und die Regelung beeinflusst? Ich beabsichtige die GN1/1 Wasserschale mit einer GN1/3 und die übrigen 2/3 mit einer flacheren Schale zu ersetzen. Das würde den Platz zwischen der Kohleoberkante im hinteren Bereich auf ca. 13cm vergrössern.
Nein, ich wollte wissen ob man ggf. die Kohlen höher schichten kann und dafür die Grundfläche verringern kann.

Ich habe noch einmal die DCmin Einstellung geprüft. Im letzten Testlauf war dieser auf 24% eingestellt. Im manuellen Modus habe ich gesehen, das der SUNON Lüfter bereits mit 1% dreht. Müsste ich evtl. den DCmin Wert reduzieren (z.Bsp. Auf 10%-15%)?
Wenn du das über den "manual" Mode ausprobierst, musst du dort erst die Grenzen auf DCmin=0 und DCmax=100 umstellen. Dann bei 50 % Pitmasterwertvorgabe starten und dann stufenweise den Pitmasterwert absenken, bis du bei dem Wert bist, wo der Lüfter aufhört zu drehen. Bei DCmin trägst du dann den Wert eins davor ein. Als DCmax dann eben wieder den Wert von davor oder auf 100 % lassen.
 

Wr4202

New member
Zeit für einen erneuten Optimierungslauf der PID Parameter.
Ich habe Kohle geschaufelt und eingefeuert. Das Glutbett startet erneut hinten im Kohlekorb (im Bild noch nicht sichtbar).

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Die PIT Masterwerte sind wie folgt eingestellt:
DCmin: 18%
DCmax: 70%
KP: 12
KI: 0.01
KD: 600
Jump Power 70%
Deckelüberwachung: EIN (aktiviert)

hier der LINK zum aktuellen Test:
https://cloud.wlanthermo.de/index.html?api_token=290e7f3486ff25d7ebed76

Ich bin gespannt wie sich die Modifikation im Kohlekorb auswirkt und natürlich auch auf Eure Empfehlungen / Ratschläge / Tipps.
 

Hama

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Wenn du mit etwas mehr glühender Kohle startest, bist du schneller am Sollwert.
Wenn du Zeit hast, kannst du auch so starten. ( mache ich meistens auch )
 

Wr4202

New member
Wenn du mit etwas mehr glühender Kohle startest, bist du schneller am Sollwert.
Wenn du Zeit hast, kannst du auch so starten. ( mache ich meistens auch )
Ich starte das Glutbett direkt im Kohlekorb und brauche das Anzündkamin zur Zeit gar nicht mehr. Das funktioniert ganz gut. Startet etwas langsamer aber für mich i.O.

Läuft doch bisher perfekt
Das ist so. Ich bin begeistert. Ich teste gleich mal die Deckelöffnung.
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Sieht top aus! Schön zu sehen, wie viel ein entsprechend an die Lüfterregelung optimiertes Glutbett zum Regelverhalten beiträgt. Bin gespannt welche Laufzeit du hinbekommst und ob das Glutbett dann schön einmal durchgewandert ist.
 

Wr4202

New member
Eine Regelung wie im Lehrbuch 👍
Sieht top aus! Schön zu sehen, wie viel ein entsprechend an die Lüfterregelung optimiertes Glutbett zum Regelverhalten beiträgt.
DANKE an Euren Support. Ich bin super zufrieden.

Bin gespannt welche Laufzeit du hinbekommst und ob das Glutbett dann schön einmal durchgewandert ist.
Das werde ich morgen Sonntag auf Montag ausprobieren. Wir habe morgen besuch und die Powerbank muss über Nacht geladen werden. Ich bin auch gespannt, ob das Glutbett schön durchwandert.

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Lässt sich der kurze drop des PIT Reglers um ca.16:00 erklären?
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Ja, da hattest du vermutlich einen kurzen Restart des Thermos. Dabei "verliert" es kurz den aufgebauten I-Anteil im PID-Regler, welcher dann erst durch die Abweichung wieder aufgebaut wird. So ein Restart ist nichts ungewöhliches. Ab und an verfängt sich der Prozess des ESP, das können z. B. äußere Einflüsse übers Netzwerk sein, daraus kommt der ESP (Prozessor) dann nur durch einen Restart wieder raus. Du bekommst da in der Regel nicht viel mit von, weil das nur 3-4s dauert. Man sieht es hier nur eben durch den verlorenen I-Anteil. Da haben wir bisher leider keine Lösung den noch schnell vor dem Restart abzufangen.
 

Wr4202

New member
Nach den diversen Testläufen wurde am Sonntag der Smoker wieder in Betrieb genommen und die Regelparameter einem realen Test unterzogen.
Auf dem Program standen 3-2-1 Ribs und eine Bacon Bomb. Grund genug den Deckel mehrfach zu öffnen :rolleyes: und auch im Kohlekorb von Zeit zu Zeit einige Ahorn Chunks einzulegen.
Zum Schluss wollte ich natürlich ausprobieren, ob die Regelung das Glutbett auch über einen längeren Zeitraum aufrecht halten kann, damit ich beim nächsten PP eine ruhige Nacht habe.

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Um neun habe ich angefeuert (ist nicht mehr im Bild). Die PIT Master Parameter und die Smoker Einstellungen (Abluft) waren unverändert zum Test vom Samstag. Interessant ist, dass die Regelung nicht so perfekt war wie am Vortag 😤. Es wäre interessant zu verstehen, an was das liegen könnte.

Im grossen und ganzen hat es aber funktioniert. Auch wenn die Schwingungen deutlich grösser ausgefallen sind, was bestimmt auch mit den vielen Deckelöffnungen zusammenhängen könnte. Einzig um ca. 18:00 musste ich dem Glutbett mal etwas nachhelfen (keine Ahnung was da los war).

Ca 23:00 habe ich noch versucht die Regelung für den „Langzeittest“ zu stabilisieren. Ich habe die Abluft etwas weiter geschlossen und den DCmax auf 50% reduziert. Das hatte aber keine grosse Wirkung gezeigt. Der Langzeittest hat dennoch funktioniert!

Hier die Fortsetzung des Graphen:
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Um 07:00 habe ich bewusst mal den Mini V3 aus- und wieder eingeschalten. Ich wollte mal testen, ob die Regelung sich dadurch vielleicht stabilisiert. Aber auch das hat nichts geändert. Da der Smoker noch schön auf Temperatur war, habe ich um 10:00 noch etwas zum Mittagessen in den Smoker gestellt.
Nach 12:00 wurde die Temperatur nicht mehr erreicht. Ich dachte jetzt ist die Glut wohl aus (Ich habe aber nicht nachgeschaut).
Testhalber habe ich den DCmax wieder auf die 70% zurückgestellt. Und siehe da, plötzlich ist die Regelung wieder stabiler und das PIT Master Verhalten so wie ich es mir wünsche :cool:.
Um 19:00 Uhr habe ich nach ca 34h (!!!) abgebrochen. Hier ein Bild des Kohlekorbes am Schluss, die Glut hatte ich am hinteren Ende angezündet.
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Fazit 1: Die Modifikation am Kohlekorb funktioniert!
Fazit 2: Schade, dass die Reglung nicht jedes mal wie im Lehrbuch läuft (warum wohl?)

Ich freue mich an Fazit 1 und am Regelverhalten vom Samstag 🤩🥳.
Vielleicht gibt es hier für die Schwingungen vom Sonntag noch Ideen zur Ursache (oder Lösungsversuche).
 

Hama

Member
Melde dich dich einfach beim nächsten Mal, dann kann man das ein und andere ausprobieren.
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Vielleicht gibt es hier für die Schwingungen vom Sonntag noch Ideen zur Ursache (oder Lösungsversuche).
Ist eigentlich ganz simpel. Grill und Regler bilden ein System. Der Regler reagiert auf ein erwartetes Verhalten des Grills (vorgegeben durch die Parameter). Entspricht das Verhalten nicht dem, was erwartet wird, wird die Regelgüte schlechter. Stell es dir vor wie eine Wippe auf dem Spielplatz. Ist das Gewicht auf beiden Seiten gleich, wippt es sich gut. Verändert sich das Gewicht auf der einen Seite (Grill), wird's schwieriger. So ist es hier auch. Das Glutbett verändert sich mit der Zeit oder durch Eingriffe und damit reagiert es anders. Man kann versuchen Grill und Regler in einen Bereich zu bringen, wo Änderungen nicht so viel ausmachen, aber in der Regel wird sich das Verhalten über den Abbrand eines Glutbetts immer mal etwas ändern. Ist ja kein Elektroherd, der immer gleich seine Energie abgibt.

Bei deinem letzten Lauf würde ich jetzt mal tippen, dass du durch die häufigen Öffnungsphasen am Anfang das Glutbett sehr breit aufgebaut hast. Dadurch hat es viel langsamer reagiert als beim Testlauf davor, weil nicht so "definiert". DCmax würde ich im laufenden Betrieb nicht verändern. Den Wert findet man ein mal und da bleibt er dann. Zudem sind 50 % schon arg tief, damit hast du dem Regler komplett die "Macht" genommen und er konnte gegen das langsam reagierende Glutbett nichts mehr entgegensetzen. Ich denk hier hätte das Anheben des I-Anteils mehr gebracht. Das könnte dir auch generell helfen, etwas robuster gegen Änderungen im Glutbett zu werden. Muss man aber, wie @Hama schon schrieb, am besten mal live im Betrieb ausprobieren. Wie sah das aus, war da nach 19:00 (Uhr Ribs fertig) noch irgendwas im Garraum? Fleisch, Wasser etc? Wenn ja wie lang. Wenn da neben dem Gargut noch andere Dinge im Garraum sind (Wasserschale, Sand etc.) muss man das bei der Wahl des I-Anteils berücksichtigen.

Zum Ende hin, wurde das Glutbett wieder kleiner, weil weniger verbliebene Kohlen. Damit passte die Leistungsabgabe des Glutbetts wieder besser zum gegebenen Regler und dadurch wurde die Regelgüte auch wieder besser.

Danke für dein ausführliches Berichten!
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Die Laufzeit (36h) ist echt top! Zumal du ja qausi schon die Hälfte an Platz reduziert hast. Ich würde mir für geplante kürzer Laufzeiten überlegen, die Breite noch weiter zu reduzieren, sodass es nicht zu einem "zu breiten" aktivien Glutbett kommen kann. Du braucht recht wenig Energie zum Halten der Solltemperatur, dein Glutbett hat im Vergleich dazu viel "Reserve", welche aber nicht unkontrolliert aktiviert werden darf.
 

Wr4202

New member
Melde dich dich einfach beim nächsten Mal, dann kann man das ein und andere ausprobieren.
Das werde ich gerne machen.

DCmax würde ich im laufenden Betrieb nicht verändern.
Danke für den Hinweis. Anfängerfehler :cry:.

Ich denk hier hätte das Anheben des I-Anteils mehr gebracht.
Über welchen Zeitraum baut sich dieser I-Anteil auf? Obwohl ich die eine oder andere Deiner Anleitungen gelesen (und ich glaube in der Theorie verstanden zu haben, was Kp und Ki tun), aber ich habe kein „Gefühl“ wie stark sich eine Veränderung der Werte Kp und Ki auf den %-Anteil des Lüfter auswirken (Bzw. wie sich diese gegenseitig noch beeinflussen).

Wie sah das aus, war da nach 19:00 (Uhr Ribs fertig) noch irgendwas im Garraum?
19:00 war der Garraum leer. Ich habe am Samstag/Sonntag KEIN Wasser im Smoker gehabt. Werde aber in Zukunft wieder eine kleinere Wasserschale (1 bis 2 Liter) verwenden.

Wenn da neben dem Gargut noch andere Dinge im Garraum sind (Wasserschale, Sand etc.) muss man das bei der Wahl des I-Anteils berücksichtigen.
In welche Richtung (aktuell beträgt der Ki Anteil 0.01)?

Danke für dein ausführliches Berichten!
Danke für die ausführlichen Ratschläge und Tipps.

Du braucht recht wenig Energie zum Halten der Solltemperatur
Ja, das ist cool. Es scheint mir aber die Schwierigkeit, dass wenn das „kalte Grillgut„ in den Smoker kommt es “lange“ Dauert, bis ich wieder in der Nähe der Solltemperatur bin. Daher ist es die grosse Herausforderung, beides hinzukriegen (Temperatur stabil halten und grössere Abweichungen „schnell“ zu korrigieren).
Was wäre wenn ich die Deckelüberwachung nicht aktivieren würde? Das würde das Glutbett natürlich kurzzeitig „anpusten“ und vergrössern. Aber ich bin ja eh im „minus“ oder wäre das ein Risiko?
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Ja, das ist cool. Es scheint mir aber die Schwierigkeit, dass wenn das „kalte Grillgut„ in den Smoker kommt es “lange“ Dauert, bis ich wieder in der Nähe der Solltemperatur bin. Daher ist es die grosse Herausforderung, beides hinzukriegen (Temperatur stabil halten und grössere Abweichungen „schnell“ zu korrigieren).
Das sind zwei gegenläufige Anwendungsfälle. Ich würde da nicht versuchen beides in einem Regler zu vereinen, dann wird beides nur so halb richtig gemacht. Wenn du schnell aufheizen willst, würde ich einfach mal versuchen manuell nachzuhelfen, in dem du für eine gewisse Zeit einfach die Abluft weiter öffnest. Was du da nur rausfinden musst ist, ab wann musst du wieder "zu" machen, damit der Regler dann wieder sauber übernehmen kann.

In welche Richtung (aktuell beträgt der Ki Anteil 0.01)?
Nach oben. Zum Testen einfach mal verdoppeln, dann sieht man direkt, ob es eine Wirkung hat.

19:00 war der Garraum leer. Ich habe am Samstag/Sonntag KEIN Wasser im Smoker gehabt. Werde aber in Zukunft wieder eine kleinere Wasserschale (1 bis 2 Liter) verwenden.
Wasser ist ein natürlicher I-Anteil im System. Du steckst Energie rein, die dann wieder zeitversetzt abgegeben wird. Wasser ist durch den den Wechsel des Aggregatzustands aber was besonderes und bringt meist eine gewisse Unruhe ins Regelverhalten, weil sich das System ständig etwas ändert (Verhältnis flüssiger zu gasförmiger Anteil). Ist das Wasser als reiner Energiespeicher gedacht, ist Sand/Schamotte die besser Wahl. Geht es auch um das "Raumklima", ist es wieder was anderes.

Über welchen Zeitraum baut sich dieser I-Anteil auf? Obwohl ich die eine oder andere Deiner Anleitungen gelesen (und ich glaube in der Theorie verstanden zu haben, was Kp und Ki tun), aber ich habe kein „Gefühl“ wie stark sich eine Veränderung der Werte Kp und Ki auf den %-Anteil des Lüfter auswirken (Bzw. wie sich diese gegenseitig noch beeinflussen).
Der I-Anteil baut sich immer dann auf, wenn IST < SOLL, und baut sich ab, wenn IST > SOLL. In der Aufheizphase baust du dir also einen I-Anteil auf, der im Idealfall dann bei Erreichen von Soll so groß ist, dass er die benötigte Leistung zum Halten der Temperatur genau abdeckt. Regiert das Glutbett nicht schnell genug, oder der aufgebaute I-Anteil passt nicht, geht IST über SOLL und durch diese negative Abweichung wird dann der aufgebaute I-Anteil wieder abgebaut. Geht die Temperatur sehr weit über SOLL oder es dauert sehr lange, bis die Temperatur dann wieder von alleine fällt, wird zu viel I-Anteil abgebaut und unterhalb von SOLL kommt dann nicht genug Leistung um die Temperatur zu halten. So entsteht ein um den Sollwert schwingendes Verhalten. Das beste Gegenmittel dagegen ist ein schnell reagierendes Glutbett.
 
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