mit WT die Pool Temperaturen messen?

Laubi

New member
Hallo,

ich glaube neu ist die Idee nicht mehr, zumindest schrieb @Nixarbeit schoneinmal (https://wlanthermo.de/threads/leichenfledern.423/post-3344) davon das er einen (Nano?) "am" pool verwendet. Mehr hat die Suche mir bisher nicht geliefert. Die Möglichkeit mehrere Fühler direkt am WT anzuschließen macht die Sache für mich spannend. Hat jemand Ideen welche Fühler zum WT passen und
- Chlor und Salzwasserresistent sind
- dauerhaft unter Wasser leben können
- und vielleicht auch nicht das rosten anfangen wenn im Winter ein Teilstück nicht im Wasser ist :D
-> Optional man kann es ja auch trocken legen ...

Ja ich weiß aktuell ist gerade keine Badesaison, bei mir auch nicht keine Sorge. Aber ich liebäugele schon lange damit die Laufzeiten meiner Umwälzpumpe bei "hohen" Differenzen zwischen Oberen Pool und Poolboden (wegen der Solarplane) automatisiert anzupassen.

Danke & Grüße
Laubi
 

Nixarbeit

Member
Ich nutze momentan eine alte V3 dafür. Stand eh nur rum und das Gehäuse ist "Bastelfreundlich".
Sensoren hab ich vom Sensorshop24. PT1000 mit Silikonkabel. Die zappeln zwar etwas aber beim Pool ist das egal.
In der Pumpe hab ich einen Einschraub-Sensor mit M8 Gewinde.
Ausserdem hängt die V3 am 12V Netzteil da ist auch der Stromverbrauch nicht so schlimm. Mit Akku wär das schwieriger.
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Vielleicht als Ergänzung für User, die noch nicht so lange mit den WTs vertraut sind wie @Nixarbeit: seine V3 ist eine Platine aus der aller ersten Baureihe, noch vor der Mini Baureihe. Nur, damit es nicht zu Verwirrungen führt.
Damit PT1000-Fühler genutzt werden können, müssen die Messkanäle entsprechend angepasst werden, also zusätzlich zum verbauten 47 kOhm Widerstand parallel noch ein 1 kOhm eingelötet werden (aber auf die Leistung der Referenzsspannungsquelle achten). Das geht auch noch bei den aktuellen Modellen. Mit Sensorshop24 habe ich bisher auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Da findet man eigentlich für jeden Einsatz einen Fühler. Neben PT1000 könnte man auch NTC-Versionen nutzen, man muss da aber dann aufpassen ob die Kennlinie mit einer der bereits hinterlegten Kennlinien übereinstimmt. Ein 100 kOhm NTC ist nicht immer gleich in seiner Kennlinie. Bei PT1000 ist das anders, da schreibt die Norm das vor. Wenn es auf 1-2 Grad Abweichung in der Anwendung nicht ankommt, spielt das allerdings nicht so eine große Rolle. Dann einfach einen NTC mit entsprechendem Basiswiderstand zusammen mit einer Kennlinie des selben Widerstands nutzen.
 

Nixarbeit

Member
Ja, die Bezeichnug V3 kann zu verwirrungen führen. Ich baue ja schon seit jahren mit. Da hab ich die ganzen Klassiker. Laufen alle noch.
Nur wie schon geschrieben hab ich Probleme mit der 2.8.2 Sodtware. Aber das ist ein anderes Thema.
 

Laubi

New member
Hallo,

ersteinmal vielen Dank! Unterdessen fühle ich mich auf den richtigen Weg ;) Jetzt bin ich aber ziemlich unbewandert und hoffe Ihr könnt mir da noch einige Fragen beantworten:

Sensoren hab ich vom Sensorshop24. PT1000 mit Silikonkabel. Die zappeln zwar etwas aber beim Pool ist das egal.
In der Pumpe hab ich einen Einschraub-Sensor mit M8 Gewinde.
Ausserdem hängt die V3 am 12V Netzteil da ist auch der Stromverbrauch nicht so schlimm. Mit Akku wär das schwieriger.

Cool, der Hinweis mit dem Einschraub-Sensor liefert mir gleich noch einen neuen Messpunkt. ;) Stimmt ich hab ja am Vorfiler Entlüftungsschrauben die sich voll eignen würden einfach auszutauschen :D. Ja Strom ist im (ähhhmm nein am ;) ) Pool ja eh da und den Verbrauch kann man glaub ich wirklich vernachlässigen.

Danke auch für den Shop-Hinweis, die Kabel gibts ja in allen Ausführungen und vor allem in IP68, das hatte ich noch nicht so auf den Schirm.
Und auch wenn ich aus optischen Gründen ungern das rote Silikon verwenden würde, bieten die mit weißem PFA mir ja das perfekte Kabel für mein Salzwasserpool ;)


Neben PT1000 könnte man auch NTC-Versionen nutzen, man muss da aber dann aufpassen ob die Kennlinie mit einer der bereits hinterlegten Kennlinien übereinstimmt. Ein 100 kOhm NTC ist nicht immer gleich in seiner Kennlinie. Bei PT1000 ist das anders, da schreibt die Norm das vor. Wenn es auf 1-2 Grad Abweichung in der Anwendung nicht ankommt, spielt das allerdings nicht so eine große Rolle. Dann einfach einen NTC mit entsprechendem Basiswiderstand zusammen mit einer Kennlinie des selben Widerstands nutzen.

Ich verstehe das aber jetzt richtig, das sich die Ungenauigkeit schon auf den einzelnen Fühler bezieht, sprich insbesondere bei Differenzberechnungen sich diese 1-2 °C eben auch theoretisch verdoppeln könnten? Die eigentliche Temperatur interessiert mich ja an dieser Stelle weniger, sondern nur die Frage: Habe ich Differenzen die ein "Umrühren" sinnvoll erscheinen lassen.

Gefühlt bin ich da also auch beim PT1000:

Damit PT1000-Fühler genutzt werden können, müssen die Messkanäle entsprechend angepasst werden, also zusätzlich zum verbauten 47 kOhm Widerstand parallel noch ein 1 kOhm eingelötet werden (aber auf die Leistung der Referenzsspannungsquelle achten). Das geht auch noch bei den aktuellen Modellen.

UiUi ... gibt es da irgendwo im Forum etwas mehr dazu? Ich vermute das sind die 8 freien Lötstellen auf der Platine in der 2. Reihe von Unten (neben den 47K Widerständen?)

mini_v2_smd-jpg.1529


oder könnte man das (gegen Aufpreis) bei der Bestellung einfach mit angeben, das man den (vermutlich einen Mini V3 :) sobald verfügbar) gern komplett als PT1000 Version haben wollen würde?

Vielen Dank Euch!

Grüße
Laubi
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Ich verstehe das aber jetzt richtig, das sich die Ungenauigkeit schon auf den einzelnen Fühler bezieht, sprich insbesondere bei Differenzberechnungen sich diese 1-2 °C eben auch theoretisch verdoppeln könnten? Die eigentliche Temperatur interessiert mich ja an dieser Stelle weniger, sondern nur die Frage: Habe ich Differenzen die ein "Umrühren" sinnvoll erscheinen lassen.
Genau, jeder Fühler hat eine Widerstand-Temperatur-Kennlinie. Gemessen wird im Thermometer eine Spannungsänderung, die sich auf einen Widerstand zurückrechnen lässt. Dieser Widerstand wird dann anhand der in der Software hinterlegten Kennlinie in eine Temperatur umgerechnet. In den WTs sind verschiedene dieser Kennlinien hinterlegt, weshalb es, anders wie bei anderen Herstellern, überhaupt erst möglich ist unterschiedliche Sensortypen zu nutzen. Innerhalb der NTC-Klasse verhalten sich alle Sensoren so, dass sie bei geringer Temperatur einen hohen Widerstand haben, der dann mit steigender Temperatur fällt. Diese Kennlinien sind nichtlinear, lassen sich in logarithmischer Betrachtung aber als Gerade bzw. einfaches Polynom nachbilden. Klassifizieren kann man sie daher an ihrem Basiswiderstand bei 25 °C (quasi die konstante der Gerade). Hier sind gängige Werte 10K / 50K / 100K / 200K / 1000K. Ein 100K NTC Fühler hat bei 25 °C einen Widerstand von 100 kOhm. Nun verhalten sich aber nicht alle 100K Fühler im weiteren Temperaturverlauf gleich, ihre Kennlinien haben unterschiedliche Steigungen. So sind z. B. die Sensorprofile 100K/iGrill2 und 100K6A1B beides 100K Profile, aber wenn bei dem einen schon 100 °C erreicht sind, wird bei dem anderen erst 97 °C angezeigt. Je weiter die Temperatur weg vom Basiswiderstand liegt, desto größer die Abweichungen zwischen den Profilen (Geraden driften auseinander). Nun sind in den WTs keine Gerade hinterlegt sondern Polynome, aber von der Anschauung her passt das. Damit man mit einem Sensor also exakte Temperaturen angezeigt bekommt, muss softwareseitig auch das richtige Profil eingestellt sein, ansonsten entsteht bei der Umrechnung aus Widerstand zur Temperatur ein bewuster Fehler. Diesen hatte ich hier angesprochen, sofern der Fühler mit einem Sensorprofil genutzt wird, welches zwar den selben Basiswiderstand hat aber nicht die identische Kennlinie. Idealerweise findest du Sensoren, die eine Kennlinie haben, die bereits in der Software hinterlegt ist, was aber nicht immer so einfach ist. Oder du kannst mit diesem Fehler leben, wenn es die Anwendung erlaubt. Je näher du am Basiswiderstand bist, desto geringer ist auch die Abweichung und du wirst deinen Pool ja vermutlich nicht als SV-Becken nutzen ;)

PTx sind dann nochmal anders. PTx ist das Gegenstück zu NTC. Also Widerstände, die bei höherer Temperatur einen steigenden Widerstandswert haben. Da auch hier erstmal eine Spannung aufgrund einer Widerstandsänderung gemessen wird, kann man einen Messkanal der ursprünglich für den Einsatz von NTC gedacht ist, auf die Verwendung mit PTx umbauen. Geändert werden muss der Referenzwiderstand des entsprechenden Kanals. Für NTC liegt der bei 47 kohm (hoch, wegen hohem Widerstand des NTC). Für PT1000 muss das ein 1 kOhm Widerstand sein. Wir haben das so vorbereitet, das der 1 kOhm parallel zum 47 kOhm eingelötet werden kann. Danach ist der Kanal aber nur für PT1000 zu nutzen, nicht mehr für NTC (außer man nimmt den 1 kOhm wieder raus). Da die PTx häufig in der Industrie zum Einsatz kommen, gibt es hier im Grunde nur zwei wichtige Basiswiderstands-Arten: 100 Ohm (PT100) und 1 kOhm (PT1000). Von PT100 würden ich abraten, also bleibt hier PT1000. Und die sind dann laut Norm auch alle gleich in ihrer Kennlinie (im Rahmen der gegebenen Toleranz).

UiUi ... gibt es da irgendwo im Forum etwas mehr dazu? Ich vermute das sind die 8 freien Lötstellen auf der Platine in der 2. Reihe von Unten (neben den 47K Widerständen?)
Exakt, beim Mini V2 sind das eigene Lötstellen. Hier kannst du gesteckte Widerstände oder auch SMD einlöten. Bei Nano und Link gibt es keine eigenen Löststellen, hier musst du den 1 kOhm SMD Widerstand einfach direkt an den bestehenden 47 kOhm anlöten.

oder könnte man das (gegen Aufpreis) bei der Bestellung einfach mit angeben, das man den (vermutlich einen Mini V3 :) sobald verfügbar) gern komplett als PT1000 Version haben wollen würde?
Da das kein großer Aufwand ist, bedarf das nicht wirklich eines Aufpreises, aber ja, klar kann man sowas auch im Vorfeld schon anbringen. Kein Problem. Beim Mini V3 sind 4 der 8 Kanäle für einen Umbau auf PT1000 direkt geeignet (eigne Lötstelle).

Für einen PT1000 muss man dann eben noch drauf achten, dass er einen entsprechenden 2,5 mm Anschlusstecker hat, damit er auch am WT eingesteckt werden kann. Falls es das nicht gibt, muss entsprechend einer angebracht werden.
Alternativ nimmst du eine Mini V2 Platine, setzt ein ESP32-Upgrade-Kit drauf und packst das alles in eine eigene Box. Fühlerkabel lötest du direkt an oder legst dir Schraubklemmen in die Box. Falls ein Display dazu gebraucht wird, kannst du am Mini V2 ein Nextion nutzen, wenn keins gebraucht wird, hast du das gespart.

Gruß
Steffen
 

Laubi

New member
Irgendwie habt ihr meinen Basteltrieb angespornt, auch wenn ich löten eigentlich noch nie mochte :D
Aber erstmal eine Frage: Der 1k Widerstand wird ja Parallel zum 47K geschalten. Würde es nicht mehr sinn machen einen 1,02K Widerstand zu nehmen, damit man dichter an das 1K kommt? Oder hab ich da jetzt ein Denkfehler?

Danke & Grüße
Laubi
 

s.ochs

BOFH
Teammitglied
Entscheidend ist nicht der genaue Wert sondern die Größenordung und was als Referenz in der Software eingetragen ist. Softwareseitig ist der resultierende Wert aus 1K parallel zu 47K als Berechnungsreferenz eingetragen (weil 1K leichter zu bekommen ist). Der Referenzwiderstand dient dazu den Analog-Digital-Messraum sinnvoll aufzuteilen. Ist der Referenzwiderstand in etwa so groß wie der Basiswiderstand, dann liegen 25 °C genau in der Mitte des Messbereichs. Dort herrscht im allgemeinen auch die beste digitale Auflösung. Bei PTx ändert sich der Widerstand mit verändernder Temperatur nur sehr wenig, daher sollte der Referenzwiderstand hier im Bereich um den Basiswiderstand liegen. Bei den NTC ist das etwas anders. Hier ändert sich der Widerstand im unteren Temperaturbereich sehr stark weshalb auch ein 1000K Fühler mit einem 47K Referenzwiderstand sehr gut betrieben werden kann. Die Spanne der einsetzbaren NTC liegt bei 5K bis 1000K und die gewählten 47K Referenz bildet hier die beste mittlere Lösung, um für alle NTC eine gute digitale Auflösung zu gewährleisten.
 
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